3. März 2026
Mehr Spielraum und Flexibilität
Kathrin Hunziker, ehemalige Abteilungsleiterin Berufsbildung und Mittelschule, und Sandro Schneider, Sektionsleiter Schulische Bildung
(© Kanton Aargau / Kommunikation BKS)
Im Jahr 2006 nahm der Verein Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf – damals noch ohne «ask!» im Namen – seine Arbeit auf. Er umfasste den Jugendpsychologischen Dienst (JPD), die Lehrpersonenberatung (LB) und sämtliche Dienste der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BSLB). Die Grundlage dafür war ein Gesetz im Aargau, das die Aufgaben zwischen Kanton und Gemeinden neu organisierte und entflechtete. Bis 2005 gehörten der JPD und die LB sowie die Studienberatung zum Kanton. Die Berufsberatung hingegen war Aufgabe von 13 Gemeindeverbünden.
Kathrin Hunziker, bis 2025 Abteilungsleiterin Berufsbildung und Mittelschule und damit zuständig für ask!, war von Anfang dabei. Die Kombination der drei Aufgaben sei für sie damals nicht zwingend gewesen, erinnert sie sich. Den Entscheid, die Dienste in einen Verein auszulagern, habe der Regierungsrat gefällt. Den grössten Vorteil sieht sie in der Flexibilität: «Ein Verein hat mehr Spielraum als eine kantonale Einheit. Er kann schneller reagieren, etwa bei konzeptionellen Änderungen.»
Sparrunde und Neuerungen
Auch Sandro Schneider, Sektionsleiter Schulische Bildung, ist schon lange dabei und kennt ask! als BKS-Vertreter im Vorstand. Er sagt: «Im Idealfall merken die Kundinnen und Kunden nichts davon, wie die Strukturen funktionieren. Sie interessiert nur, dass die Berufsberatung gut arbeitet – ob kantonal oder als Verein organisiert ist, spielt für sie keine Rolle.»
Aus Sicht des Kantons sei der Entscheid sinnvoll gewesen, erläutert Hunziker. «Ich war so etwas wie eine Feuerwehrfrau. Nur bei Konflikten oder Unstimmigkeiten zwischen den Schulen und ask! hätte ich ernsthaft eingreifen müssen.» Das war zum Glück nie der Fall.
Die Zusammenarbeit des BKS mit ask! verlief allerdings nicht immer einfach. Zu Beginn mussten die Zuständigkeiten und Rahmenbedingungen ausgehandelt werden. Ab 2014 belasteten grössere Sparrunden das Verhältnis, brachten bei ask! jedoch auch sinnvolle Neuerungen. Seit 2016 sind die Berufsberaterinnen und Berufsberater verstärkt in den Schulen aktiv, gleichzeitig wurden die Info-Zentren umgestaltet und die Informationsvermittlung stärker digital ausgerichtet.
Partnerschaftlich unterwegs
Nachdem sich die sparbedingten Änderungen eingespielt hatten, beruhigte sich die Zusammenarbeit wieder. «Seit rund zehn Jahren ist die Zusammenarbeit mit ask! sehr konstruktiv und erfreulich», sagt Hunziker. Der Umgang sei partnerschaftlich, und sie schätze die Transparenz bei wichtigen Geschäften. Das BKS und ask! arbeiteten Hand in Hand, etwa beim Verein «Schule trifft Wirtschaft» und besonders bei nationalen Projekten und Aufgaben wie «viamia».
Kathrin Hunziker hat ihr Amt unterdessen an Sonja Amport übergeben. Was wünscht sie ask! für die nächsten 20 Jahre? «Die Aufgaben werden nicht einfacher. Entscheidend ist, dass ask! rasch auf neue Anforderungen reagiert und das Angebot an die wechselnden Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden anpasst.» Sie hofft, dass genügend Kapazitäten für den JPD vorhanden sind und die Ressourcen nicht in beliebige Produkte fliessen, sondern gezielt für die einzelnen Menschen eingesetzt werden.