10. März 2026
Berufslehre als «KI-Flüsterer:in» oder «Data-Scout»?
Bildquelle: KI-generiert via Firefly
Wie verändert Künstliche Intelligenz (KI) unsere Arbeitswelt? Und welche Berufe haben wirklich Zukunft? Solche Themen poppen immer wieder im Beratungsalltag auf und beschäftigen oft auch Eltern, wenn es um die Berufswahl ihrer Kinder geht.
Expert:innen gehen davon aus, dass die wenigsten Berufe einfach verschwinden. Vielmehr verändern sich Aufgaben, Arbeitsweisen und die dazu benötigten Fähigkeiten.
Eine aktuelle Studie von Avenir Suisse zeigt, dass insbesondere Berufe zukunftssicher sind, wenn sie Tätigkeiten beinhalten, die sich schwer automatisieren lassen – etwa soziale Interaktion, praktisches Arbeiten, Kreativität oder das Lösen komplexer Probleme.
Handwerk bleibt
So kann davon ausgegangen werden, dass zum Beispiel Stellen von Callcenter-Mitarbeitenden stark durch KI gefährdet sind. Auch das Berufsbild der Anwält:innen wird durch KI beeinflusst. Während es Callcenter-Mitarbeitende künftig wohl schwer auf dem Arbeitsmarkt haben werden, wird sich KI im Berufsfeld von Anwält:innen anders auswirken: KI-Anwendungen werden dort viele der heutigen Aufgaben und unterstützende Funktionen übernehmen. Dadurch werden künftige Anwält:innen einige Tätigkeiten nicht mehr zu erledigen haben, können dafür aber mehrere Mandate übernehmen, da sich ihre Arbeitsproduktivität höchstwahrscheinlich steigern wird.
Coiffeusen/Coiffeure, Fachleute Gesundheit und ausgebildete Handwerker:innen werden voraussichtlich wenig von KI tangiert sein. Sie bleiben auch in Zukunft sehr gefragt auf dem Arbeitsmarkt.
Was sagen weitere Studien für die Schweiz?
Auch andere Forschungsarbeiten kommen zu ähnlichen Ergebnissen:
McKinsey hat eine umfassende Analyse zur Digitalisierung und Automatisierung des Schweizer Arbeitsmarkts veröffentlicht. Die Studie geht davon aus, dass bis 2030 rund ein Viertel der Arbeitsaktivitäten automatisiert werden könnten, das entspricht etwa einer Million Arbeitsplätzen. Tätigkeiten, bei denen einfache kognitive oder körperliche und manuelle Skills verlangt sind, werden in Zukunft weniger gefragt sein. Gleichzeitig entstehen aber viele neue Tätigkeiten und Jobs. Bereiche, in denen soziale, emotionale und technologische Kompetenzen wichtig sind, werden voraussichtlich um rund 20 bis zu 50 Prozent steigen.
Das AI Jobs Barometer von PwC Schweiz kommt zum Schluss, dass rasche Anpassungsfähigkeit sowohl von den Unternehmen wie auch von Mitarbeitenden gefragt ist, um die neuen Chancen, die KI bietet, effektiv nutzen zu können.
Studien des KOF Swiss Economic Institute (ETH) zeigen zudem, dass Digitalisierung in vielen Schweizer Unternehmen nicht zu Jobverlusten, sondern zu einem Zuwachs an qualifizierten Arbeitsplätzen führt.
Was bedeutet diese Entwicklung für die Berufswahl?
Jugendliche müssen heute keinen «Beruf für immer» wählen. Viel wichtiger ist eine solide Grundbildung, die Interessen und Stärken aufnimmt und Weiterentwicklung ermöglicht. Lebenslanges Lernen und Flexibilität im Zusammenhang mit Veränderungen sind dabei massgebend. Eltern unterstützen Jugendliche am besten, indem sie Neugier fördern, realistische Einblicke ermöglichen und Mut machen.
Wen die Vielfalt an Optionen in einem ersten Schritt überfordert, kann sich gerne an ask! wenden, um im Rahmen einer Beratung erste Berufsideen zu definieren. Hier geht es zur Anmeldung.