2. Dezember 2025
Social Media in der Berufswahl
Bildquelle: Kanh Tu Nguyen Huy, Unsplash
Welche Plattformen sind bei Jugendlichen im Trend?
Laut aktuellen Studien gehören YouTube, TikTok, Snapchat und Instagram zu den beliebtesten Plattformen von Jugendlichen in der Schweiz. Sie bieten nicht nur Unterhaltung, sondern auch Informationen und Inspiration für die Zukunft. Auch WhatsApp bleibt ein wichtiger Kommunikationskanal, klassische Netzwerke wie Facebook dagegen spielen kaum noch eine Rolle. Während Snapchat und WhatsApp primär für den sozialen Austausch genutzt werden, rücken bei YouTube, TikTok und Instagram zunehmend auch berufsbezogene Inhalte in den Fokus. Jugendliche folgen dort Influencer:innen, Berufsverbänden oder Unternehmen.
Berufswahl auf Social Media – was wird gesucht?
Auf TikTok und Instagram finden sich Kurzvideos mit Bewerbungstipps, Hinweise zur Lehrstellensuche oder Erfahrungsberichte von Lernenden. Grössere Unternehmen und Branchenverbände arbeiten zunehmend mit solchen Kanälen, um Jugendliche anzusprechen. Beliebt sind etwa «Ein Tag im Leben von...»-Videos, in denen Lernende ihren Berufsalltag dokumentieren oder die Vorzüge eines Ausbildungsbetriebs aufzeigen. Firmen und Berufsverbände setzen dabei auf Jugendliche, mit denen sich die Schüler:innen gut identifizieren können. Inhalte werden in jugendgerechter Sprache vermittelt, gearbeitet wird mit visuellen Elementen, welche die Aufmerksamkeit erregen. Solche Formate geben Einblicke, die oft stärker wirken als klassische Informationsbroschüren.
Chancen und Stolpersteine
Social Media eröffnet Jugendlichen neue Perspektiven und macht Berufsorientierung niederschwellig und ansprechend zugänglich. Informationen sind direkt, kurzweilig und visuell aufbereitet – ideal für die jugendliche Zielgruppe. Auf einfache Weise wird in Kontakt mit Lernenden oder Berufsbildner:innen getreten und Fragen können gestellt werden.
Zu bedenken gilt, dass nicht alle Inhalte verlässlich sind. Werbung, stark geschönte Darstellungen oder Fehlinformationen können ein verzerrtes Bild von Berufen vermitteln. Die Videos sind kurz und knackig, dauern in der Regel nur wenige Sekunden, angepasst an die in der Regel sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne von Jugendlichen. Ein Video von acht Sekunden liefert erste Eindrücke, vermittelt aber nicht einen differenzierten und realistischen Einblick in ein Berufsbild.
Wie können Eltern unterstützen?
Eltern spielen eine zentrale Rolle in der Berufswahl. Wer weiss, welche Plattformen das eigene Kind nutzt und welche Inhalte es dort konsumiert, kann besser ins Gespräch kommen. Es lohnt sich, Interesse zu zeigen: Fragen Sie nach, welche Berufe Ihr Kind spannend findet, welche Videos es beeindruckt haben – und sehen Sie sich diese gemeinsam an.
Hilfreich ist, gemeinsam verlässliche Quellen zu erkunden, etwa die offiziellen Kanäle von berufsberatung.ch, Berufsverbänden oder Lehrfirmen. Viele dieser Organisationen sind ebenfalls auf Social Media präsent.
Social Media, als fester Bestandteil der Lebenswelt Jugendlicher, ermöglicht ein «Vorschnuppern» und liefert dadurch erste Ideen für anschliessende Schnupperlehren. Lernen Jugendliche, Informationen kritisch zu prüfen und vielfältige Quellen zu nutzen, können soziale Medien eine spannende und bereichernde Ergänzung beim Berufswahlprozess sein.
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