10. Juni 2025

Startklar für die Schnupperlehre

Die Schnupperlehre in der 8. Klasse ist ein Türöffner zur Berufswelt und ein zentrales Element im Berufswahlprozess. Sie ermöglicht Jugendlichen einen realistischen Einblick in den Berufsalltag. Özkan Ünlü, Berufs- Studien- und Laufbahnberater bei ask!, gibt Tipps zur Vorbereitung, damit das Schnuppern zum Erfolg wird.
Autor:in: Barbara Gisi, Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin, Teamleiterin Rheinfelden
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Bild: Özkan Ünlü, Berufs- Studien- und Laufbahnberater bei ask!

Vor der ersten Schnupperlehre lohnt sich ein gründlicher Blick in die Berufswelt. An Zukunftstagen kommen Jugendliche oft erstmals in Berührung mit der Arbeitswelt. An Tisch-/ und Berufsmessen lernen sie die ganze Vielfalt an Berufen kennen. «Diese ersten Eindrücke helfen, ein Gefühl zu entwickeln, wo es einen hinziehen könnte», erklärt Özkan Ünlü, Berufs-, Studien- und Laufbahnberater bei ask! am Standort Rheinfelden 

Zudem verweist Ünlü auf berufsberatung.ch/berufe oder lehrberufe-live.ch. Dort stehen viele Informationen zu Lehrberufen zur Verfügung. Auch Videos auf berufsberatung.ch/filme helfen, dass sich die Jugendlichen ein Bild vom Berufsalltag verschaffen können. Gespräche mit Berufsleuten – z. B. aus dem Bekanntenkreis – können ebenfalls wertvolle Einblicke geben. 

Ünlü erklärt, dass viele Jugendliche nach dieser wichtigen «Vorarbeit» bereits entscheiden können, welche der insgesamt ca. 250 Berufe für sie in die engere Wahl kommen. Anschliessend ist die Schnupperlehre der Realitycheck: Man prüft, ob der Beruf auch tatsächlich den eigenen Vorstellungen entspricht. Im Beratungsalltag arbeitet Özkan Ünlü mit einer Checkliste zur Vorbereitung der Schnupperlehre.  

Tipps für die Vorbereitung 

  • Betrieb suchen: Unter www.berufsberatung.ch nach Schnupperlehrfirmen aus der Region suchen und sich mit der Website des Betriebs auseinandersetzen. Selbstverständlich kann auch im eigenen Umfeld (Nachbarn, Familie, Freunde) nach Schnuppermöglichkeiten gefragt werden. 

  • Telefonat vorgängig üben: Wer aufgeregt ist, übt das Telefonieren am besten zuerst daheim mit den Eltern. Es besteht auch die Möglichkeit, per Mail bei der Firma nach Schnuppermöglichkeiten anzufragen. 

  • Betriebe anfragen: Frühzeitig anfragen und planen. Dabei gleich klären: Wie lange dauert die Schnupperlehre? Wann werden Schnuppertage angeboten? Welche Unterlagen werden verlangt? (z. B. Lebenslauf, Motivationsschreiben, Zeugnisse). 

  • Mehrere Firmen kontaktieren: Damit es auch sicher mit einer Schnupperlehre klappt, macht es Sinn, bei mehreren Firmen gleichzeitig nach Möglichkeiten anzufragen. Es ist völlig normal, wenn der erste Betrieb absagt – dranbleiben und weitersuchen.  

  • Ansprechperson notieren: Wer ist die Kontaktperson am ersten Tag? Den Namen aufschreiben und mitnehmen. 

  • Arbeitszeiten klären 

  • Anreise planen: Wegzeit mit dem ÖV genau berechnen – idealerweise den Weg vorher einmal abgehen oder fahren und die benötigte Zeit stoppen. Es macht einen guten Eindruck, wenn man am ersten Tag pünktlich erscheint. 

  • Fragen vorbereiten: Zu Hause Fragen zum Beruf, zur Ausbildung oder zum Arbeitsalltag notieren und mitnehmen. Das zeigt echtes Interesse. 

  • Kleidung und Auftreten: Die Kleidung soll passend zum Beruf sein. In handwerklichen Berufen wird ein anderes Auftreten erwartet als im kaufmännischen Bereich. Am besten vorher beim Betrieb nachfragen. 

  • Körperpflege: Ein gepflegter Eindruck zählt – eine vorgängige Dusche, frische Kleider und das Verwenden von Deo ist unumgänglich. 

  • Schnuppertagebuch führen: Die eigenen Notizen helfen, um anschliessend zu entscheiden, ob der Beruf tatsächlich gefällt, ob eine eher kleinere, familiäre Firma passend ist oder ob ein grosser, vielleicht sogar internationaler Betrieb besser zur eigenen Persönlichkeit passt. 

  • Auswertungsbogen mitnehmen: Ein Schnupperlehr-Auswertungsbogen hilft, am Ende gezielt Feedback einzuholen – Bin ich geeignet für gerade diesen Beruf? Gute Schnupperbewertungen von Betrieben unbedingt aufbewahren – sie können zu einem späteren Zeitpunkt den Bewerbungsunterlagen beigelegt werden.  

Nach der Schnupperlehre: Danken und Fazit ziehen 

Ein kurzes Dankeschön per Mail ist nicht nur höflich, sondern bleibt auch positiv in Erinnerung – besonders, wenn man sich später vielleicht bei diesem Betrieb auf eine Lehrstelle bewerben möchte. Bei Interesse an einem Ausbildungsplatz lohnt es sich, direkt nachzufragen, wann das Bewerbungsdossier für die Lehrstelle eingereicht werden darf. 

Schnuppererfahrungen, die man selbst als weniger positiv abbucht, gehören auch dazu, so Ünlü. Es ist auch gut herauszufinden, was einem nicht gefällt und was man sich allenfalls falsch vorgestellt hat, sagt der Berater. Gerade solche Erfahrungen tragen oft zur Klärung bei und bringen die Jugendlichen einen Schritt weiter. 

Schnupperlehren unterstützen die selbstbestimmte Berufswahl 

Es empfiehlt sich, frühzeitig mit dem Erkunden von Berufen zu starten, damit die Berufswahl nicht dem Zufall überlassen wird. Es lohnt sich, verschiedene Berufe zu schnuppern. So kann man besser vergleichen und erkennen, was wirklich passt. Jede Schnupperlehre bringt die Jugendlichen einen Schritt weiter – auch wenn sie dabei feststellen, was sie nicht wollen. 

Wen die Vielfalt an Optionen in einem ersten Schritt überfordert, kann sich gerne an ask! wenden, um im Rahmen einer Beratung erste Schnupperideen zu definieren. Hier geht es zur Anmeldung.

 

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